Das Stadion als Teil der Stadt

Ondřej Sejkora, 16. 3. 2026

Architektur

Vonénes und Stadien jsind war schon immer ein Ort, an dem kollektive Emotionen in ein gemeinsames Erlebnis verwandelt werden. Ein Ort, an dem die Freude über den Sieg, die Spannung der Vorfreude und die Kraft des Augenblicks durch die Anwesenheit von Tausenden von Menschen vervielfacht werden. Aber es ist nicht nur ein Ort für Sportspiele , wird er auch zu einem kulturellen Schauplatz, einem Treffpunkt und einem Symbol für die Identität der Stadt.

Was das Stadion jedoch zu einem echten „modernen Kolosseum“ macht, ist nicht nur seine Kapazität oder technische Reife, sondern die Art und Weise, wie es sich in das Stadtgefüge einfügt. Das Stadion sollte kein isoliertes Objekt am Rande des Geschehens sein, sondern ein natürlicher Teil des städtischen Organismus, der mit der Infrastruktur, dem öffentlichen Raum und dem Alltagsleben der Einwohner verbunden ist.

Was bedeutet also die sensible Integration des Stadions in die heutige Stadt? Wie sollte seine Anbindung an den Verkehr, an Dienstleistungen und an die umliegende Bebauung heute funktionieren und wie gehen wir in unserem Studio an diese Herausforderung heran?

Die heutige Verbindung zur Infrastruktur

Schon im antiken Rom wurde das Kolosseum in das Stadtgefüge eingebaut, um Tausenden von Zuschauern das Kommen und Gehen zu ermöglichen. Die breiten Straßen, die Vorplätze und das Eingangssystem waren für eine hohe Kapazität ausgelegt und sorgten für eine sichere und effiziente Bewegung der Menschenmassen. Das Kolosseum war also kein isoliertes Gebäude, sondern ein integraler Bestandteil des städtischen Organismus.

Die heutige Stadt ist jedoch viel komplexer. Neben dem Fußgängerverkehr arbeiten wir heute mit dem Auto, dem Bus, der Straßenbahn und dem Zugverkehr, oft ergänzt durch ein Netz von U-Bahn- oder Fahrradwegen. Jede dieser Mobilitätsarten stellt spezifische Anforderungen an die Organisation der Zugangswege, der Vorplätze und der Eingangssequenzen selbst. Dabei spielt nicht nur die Kapazität eine wichtige Rolle, sondern auch die Fähigkeit, die Besucherströme zu regulieren und möglicherweise zu selektieren, zum Beispiel nach Branche, Art der Veranstaltung oder Sicherheitsanforderungen.

Die ideale Lösung liegt daher in der Anbindung des Stadions an das bestehende städtische Verkehrsnetz, so dass die verschiedenen Mobilitätsarten auf natürliche Weise in klar strukturierte Bezirke fließen. Die Haltestellen der öffentlichen Verkehrsmittel sollten in fußläufiger Entfernung liegen und mit leistungsfähigen Verteilerzonen verbunden sein, die eine sichere Ansammlung und allmähliche Verteilung der Besucher auf bestimmte Eingänge ermöglichen. Diese Übergangszonen prägen auch den ersten Kontakt des Betrachters mit dem Gebäude und beeinflussen maßgeblich das Gesamterlebnis des Besuchs.

Eine separate Ebene ist die Lösung für den individuellen Autoverkehr. Im Umfeld großer Metropolen, in denen der Verkehr in den Zentren allmählich reduziert wird, ist es notwendig, nach einem Modell zu suchen, das die Umgebung nicht belastet und gleichzeitig die Zugänglichkeit aufrechterhält. Wir sehen daher Parkhäuser nicht nur als technische Einrichtungen, sondern als Teil eines umfassenderen Verkehrskonzepts mit der Möglichkeit der gemeinsamen, zeitlich gestaffelten oder multifunktionalen Nutzung außerhalb von Veranstaltungstagen.

Unser Ansatz

In unserem Studio gehen wir bei der Gestaltung von öffentlichen Gebäuden immer von einer gründlichen Analyse des Kontexts des Standorts aus. Der Schlüssel für uns ist eine klare Verkehrsanbindung, eine logische Organisation des Fußgängerverkehrs und die Schaffung eines qualitativ hochwertigen öffentlichen Raums, der nicht nur der maximalen Belastung bei Großveranstaltungen standhält, sondern auch im täglichen Betrieb der Stadt.

Bei Projekten dieser Größenordnung arbeiten wir mit einer klaren Hierarchie der Eingänge, einer klaren Aufteilung der Besucherströme und Vorplätzen, die nicht nur als technische Notwendigkeit, sondern als integraler Bestandteil des Stadtgefüges gesehen werden. Wir sehen das Stadion daher nicht als isoliertes Objekt, sondern als aktives urbanes Element, das die Identität der Stadt und ihrer Fangemeinde stärken und die Umgebung über die eigentlichen Sport- oder Kulturveranstaltungen hinaus kultivieren kann.

Stadion und Mehrzweckhalle als Teil der Stadtstruktur

In unseren eigenen Vorschlägen wenden wir ein ähnliches Prinzip der Integration von Sportinfrastruktur in die Stadt an. Ob es nun neues Stadion Bazaly in Ostrava oder die Mehrzweckhalle in OlomoucIn beiden Fällen arbeiteten wir mit der Idee eines Sportgebäudes nicht als isoliertes Objekt, sondern als natürlicher Teil des größeren städtischen Organismus.

Im Fall des Bazaly-Stadion in Ostrava Wir haben das Stadion als einen offenen urbanen Knotenpunkt entworfen, der die Komenský sady mit dem Stadtzentrum verbindet und auf den bestehenden Fußgängerwegen, Grünflächen und Verkehrsinfrastrukturen aufbaut. Das Stadion ist keine Barriere, sondern Teil des öffentlichen Raums, der frei durch das Gebiet fließt und auch an Nicht-Spieltagen funktioniert. Eine klare Organisation der Eingangsbereiche, eine übersichtliche Verteilung der Eingänge um das Gelände herum und eine durchdachte Trennung der verschiedenen Nutzergruppen spielen eine wichtige Rolle. Die Verkehrslösung baut auf der bestehenden Infrastruktur auf und ergänzt sie, um große Sportveranstaltungen zu bewältigen, ohne das umliegende städtische Umfeld unnötig zu belasten.

Die gleiche Betonung auf der Verbindung des Sportgebäudes mit dem Alltagsleben der Stadt wurde auch bei der Mehrzweckhalle in Olomouc. Der Vorschlag sieht das Gebiet in der Nähe des Flusses Morava und des historischen Zentrums als Entwicklungsmöglichkeit für die Schaffung eines neuen Stadtviertels, in dem sich Sport, Kultur, Erholung und normaler Stadtverkehr auf natürliche Weise ergänzen. Die Mehrzweckhalle ist nicht nur eine technische Einrichtung für Großveranstaltungen, sondern Teil einer größeren städtischen Komposition mit Parks, Plätzen, Sportanlagen, einem Hotel und einer Verwaltung. Entscheidend für uns ist, dass ein solcher Ort in verschiedenen Zeitregimen, für Großveranstaltungen und im Alltagsbetrieb, funktioniert und die Beziehung der Stadt zum Fluss, zum öffentlichen Raum und zur neuen Bebauung stärkt.

Beide Vorschläge zeigen, dass Sportinfrastrukturen heute nicht nur unter dem Aspekt der Kapazität, der Technologie oder der betrieblichen Effizienz gesehen werden. Genauso wichtig ist ihre Fähigkeit, Teil der Stadt zu werden: auf ihrer Struktur aufzubauen, die natürliche Bewegung der Menschen zu unterstützen, den öffentlichen Raum zu aktivieren und neue Verbindungen zwischen Sport, Gemeinschaft und Alltagsleben zu schaffen. In diesem Zusammenhang sehen wir die aktuelle Rolle des Stadions oder der Arena als ein echtes urbanes Element.

Das Thema wird auch in dem Text behandelt: Sportarchitektur: Identität und städtisches Erbe gestalten

Neuigkeit

    IN KONTAKT KOMMEN

    Möchten Sie mit uns arbeiten?