„Wir schlagen nicht nur eine neue Schule vor, sondern einen Campus, der die historische Identität des Geländes mit neuen Inhalten und einer breiten Palette von Nutzungsmöglichkeiten verbindet. Unser Ziel ist es, einen offenen Campus zu schaffen, der nicht nur den Studenten, sondern auch der gesamten lokalen Gemeinschaft dient.“ erklärt Ján Antal, geschäftsführender Gesellschafter von Perspektiv Studio.
Nachhaltigkeit und eine Rückkehr zur Natur
Ein wichtiger Gestaltungsgrundsatz, der auch in die Gestaltung der Flächen, die Wahl der Materialien und den Charakter der Vegetation einfließt, ist die effiziente Bewirtschaftung des Regenwassers, wobei der Schwerpunkt auf der Maximierung der Versickerung und der Wasserrückhaltung direkt in dem Gebiet liegt. Die vorgeschlagenen Maßnahmen – begrünte Dächer, halbdurchlässige Oberflächen und Rückhaltebecken – unterstützen den natürlichen Wasserhaushalt, verbessern das Mikroklima und entlasten das Abwassersystem durch die Wiederverwendung von Regenwasser. Der Campus wird außerdem mit Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen ausgestattet. Dieser umfassende Ansatz reduziert den ökologischen Fußabdruck des gesamten Campus und sorgt für eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen.
Besondere Aufmerksamkeit wird dem Fluss Vydrica gewidmet, der durch das Gebiet fließt. Im Rahmen des Projekts wird das Flussbett zurückgewonnen und zugänglich gemacht, was die Artenvielfalt des Geländes erhöht und Raum für Ruhe und Erholung schafft. Außerdem werden auf dem Campus neue Bäume gepflanzt, die den gesamten Campus mit einem grünen Filter von den umliegenden Straßen trennen und in den Sommermonaten viel Schatten spenden. Diese Maßnahme wird zur Wiederbelebung des weiteren Gebiets von Mlynská dolina beitragen, das dank des Campus zu einem attraktiven Ort für die lokale Bevölkerung und Besucher der Stadt wird.
Offener Campus für alle
Der neue Campus hat das Ziel, ein Kultur- und Bildungszentrum für mehr als 450 Studenten zu werden. Der Campus ist als öffentlicher Raum konzipiert, der vormittags den Bedürfnissen der Schule dient und nachmittags für die Allgemeinheit zugänglich ist. Der Campus wird mehrere multifunktionale Sporteinrichtungen mit einer großen Sporthalle, ein Art House für kulturelle und pädagogische Aktivitäten sowie Plätze zum Sitzen und Entspannen umfassen. Das breite Angebot an verschiedenen Aktivitäten soll möglichst viele zukünftige Nutzer anziehen und dem Ort neues Leben und Energie einhauchen.
„Der Campus ist so konzipiert, dass seine Nutzung dynamisch auf die Bedürfnisse während des Tages reagiert. Morgens wird er nur für Studenten genutzt, aber am Nachmittag öffnet er sich für die Gemeinschaft und bietet Platz für Freizeitaktivitäten. Dabei wird die Sicherheit der Studenten durch ein klar definiertes Areal gewährleistet, das bei Bedarf während des Unterrichts abgesperrt werden kann.“ Antal fügt hinzu.
Das separate Art House-Gebäude, das durch den Umbau einer historischen Fabrikhalle entstanden ist, verbindet das Alte mit dem Neuen innerhalb des Komplexes. Die historische Fassade wird erhalten bleiben, während die Innenräume für Unterricht, Kunst und Konzerte mit Ausstellungen angepasst werden. Unter anderem wird es auch eine Fotokammer, 3D-Drucker, Kunstwerkstätten und eine Multifunktionshalle geben. Dieser Raum hat den Ehrgeiz, ein Zentrum der Kreativität und Entwicklung nicht nur für die Schüler der Schule, sondern auch für die Menschen in Bratislava zu werden.
„Ein Schlüsselelement des Entwurfs ist auch die Hauptachse, die sich durch den gesamten Campus zieht. Sie verbindet den Schulplatz mit der Design Factory, die sich bereits auf dem Gelände befindet, und schafft gleichzeitig eine natürliche Verbindung zwischen dem Campus und der Umgebung. Diese Realisierung ist nicht nur eine Antwort auf die heutigen pädagogischen Herausforderungen, sondern auch ein Symbol für Innovation und Respekt für das historische Erbe von Patrónka.“ sagte Ján Antal, geschäftsführender Gesellschafter des Architekturbüros Perspektiv.
Die Verbindung von Geschichte, Kultur und Architektur
Die Perspektive betont den Respekt für das historische Erbe der Gegend. Die ikonische Fassade der Fabrikhalle des Art House wird restauriert, um das authentische Bild des Ortes zu bewahren, während neue architektonische Elemente dem Raum einen modernen Ausdruck verleihen werden. Eine zentrale Achse verbindet den nördlichen Teil des Geländes, wo sich die Schule befindet, mit den Gemeinschaftsbereichen im Süden und sorgt für die Durchlässigkeit des Bereichs, der zuvor durch Zäune und Höhenunterschiede geteilt war.
Teil des umfassenderen Projekts ist auch die Aufstellung einer Gedenkstätte für die Opfer des Holocausts, die von dem akademischen Maler Milan Pagac entworfen wurde und für die die Stadtverwaltung von Bratislava verantwortlich ist. Der revitalisierte Ort verbindet somit Bildung, Geschichte und Kultur zu einer einzigartigen ganzheitlichen Vision.
Autorenteam
- Architektur von Ján Antal, Martin Křivánek, Oksana Džabarjan, Robin Muller, Monika Škardová
- Landschaft: Kristýna Stará, Libuša Rybanská
- Interieur von Martin Stára, Nikol Zelmanová, Aneta Rendlová
- Visualisierung von Ján Martin Púčík, Peter Horváth