Wie viel kostet das Chaos? BIM als Versicherung gegen Veränderungen, Konflikte und Verzögerungen

16. 2. 2026

Technik

Änderungsblätter, vor Ort entdeckte Kollisionen und Terminverzögerungen sind nicht nur „Unannehmlichkeiten“. In der Realität der Projekte bedeuten sie teure Mehrarbeit, Verzögerungen bei der Rechnungsstellung und im Extremfall Mietausfälle. Die Methodik des Building Information Management (BIM) betrachtet den Bau als Risikomanagement: Sie vereinheitlicht die Projektdaten in einer Umgebung, verfeinert die Koordination zwischen den Berufsgruppen und befähigt Investoren und Ausführungsteams, Entscheidungen auf der Grundlage von Daten und nicht von Vermutungen zu treffen.

Die Daten, die wir in unserer Praxis während der BIM-Planung erheben, zeigen, dass die tatsächlichen Kosteneinsparungen bei einem typischen 36-monatigen Projekt zwischen 3 und 4,4 % liegen. Der springende Punkt ist, dass diese Einsparungen nicht auf die „Magie der Technologie“ zurückzuführen sind, sondern auf die Verringerung des Chaos, was letztlich weniger Fehler, weniger unkontrollierte Änderungen, bessere Koordination und schnellere Entscheidungsfindung bedeutet.

Zu diesen Einsparungen gehören vor allem Kosten, die mit kollisionsbedingtem Mehraufwand verbunden sind (z.B. Abriss, Kernbohrungen, unnötiger Rückbau gebauter Strukturen usw.), aber auch weiche Kosten (z.B. Zeitverlust durch Papierkram im Büro und auf der Baustelle, Kommunikationschaos, Suche nach Änderungen in der Dokumentation usw.), bei denen BIM hilft, das Projekt klar, effizient, aktuell und nachvollziehbar, aber auch transparent zu halten.

„Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass BIM und Digitalisierung in einem zehnköpfigen Team bis zu 176 Stunden pro Monat einsparen können. Das entspricht einem Mitarbeiter, der sich sonst mit Verwaltung und Papierkram in Form von Mängeln und Unvollständigkeiten, der Überprüfung von Prüfplänen oder Protokollen von Inspektionstagen beschäftigen müsste“, sagt Zdeněk Vondřička, Head of Engineering.

Es sollte klar sein, dass BIM zunächst eine Vorabinvestition erfordert. Diese Investition in der Entwurfsphase schlägt sich jedoch in der Qualität der Dokumentation, der Daten und der gemeinsam genutzten Informationen in späteren Phasen nieder. Die wirklichen wirtschaftlichen und nutzerseitigen Vorteile von BIM werden erst in der Umsetzungs- und Betriebsphase voll zum Tragen kommen. In allen Projektphasen bietet BIM jedoch eine deutlich höhere Qualität, eine bessere Sichtbarkeit und eine effektive Kontrolle über das Projekt, die Dokumentation, die Prozesse und die Kommunikation. Die BIM-Methodik schafft eine einzige, zuverlässige Datenquelle, die Informationsverluste ausschließt und die Aktualität für alle Projektbeteiligten sicherstellt.

Fallstudie zum Einsatz der BIM-Technologie: ein Wohngebäude in Prag

Bruttogeschossfläche (m²) 20.000

Investitionskosten (CZK/m2 HPP) 45.000,-

Gesamtinvestitionskosten (CZK) 900 Mio.

BIM-Effizienz 4% (üblicherweise werden 3-5% angegeben)

Erwartete Einsparungen bei den Investitionskosten (CZK) 36 Mio.

Kosten der BIM-Implementierung (1% der Investitionskosten) (CZK) 9 Mio.

Erwartete Nettoeinsparungen (CZK) 27 Millionen (= 3% der Investitionskosten)

 

„Wir sehen BIM in erster Linie als Versicherung gegen das Chaos. Es ist kein 3D-Modell zur Visualisierung, sondern Projektmanagement in einer gemeinsamen Datenumgebung: Wir wissen, welche Version der Dokumentation gültig ist, wer was genehmigt hat, wo die Änderung aufgetreten ist und welche Auswirkungen sie auf Koordination und Zeitplan hat. In einer Zeit, in der jede Verzögerung kostspielig ist, wird BIM zu einer wirtschaftlichen Disziplin. fügt Zdeněk Vondřička hinzu

„Eine Umgebung = eine Wahrheit“: warum BIM das Risiko reduziert

Perspektiv baut den BIM-Ansatz auf die digitale Verwaltung innerhalb einer gemeinsamen Datenumgebung (CDE) auf – mit Versionierung, Genehmigung und einem klaren Prüfpfad. Das Ergebnis ist ein klarerer Projektablauf, ein geringeres Risiko, mit veralteter Dokumentation zu arbeiten und eine bessere Kontrolle über Änderungen.

Praktische Auswirkungen für den Investor und das Implementierungsteam:

  • Weniger Kollisionen und Mehrfacharbeiten: Kollisionen werden frühzeitig erkannt (nicht vor Ort) und Änderungen sind nachvollziehbar und kontrolliert.
  • Weniger Verwaltungsaufwand, mehr Zeit für Design und Konstruktion
  • Schnellere Entscheidungsfindung: Kommentare, Genehmigungen und Verantwortlichkeiten sind klar zugeordnet, nachvollziehbar und transparent.
  • Bessere Termin- und Cashflow-Kontrolle: geringere Wahrscheinlichkeit von Meilensteinverschiebungen, Übergabe und Nachberechnung.

Öffentliches Auftragswesen: Digitale Bereitschaft wird zum Wettbewerbsvorteil

Darüber hinaus entwickelt sich die Digitalisierung des Bauwesens von einem „Nice-to-have“ zu einem Standard. BIM wird allmählich auch im öffentlichen Sektor zur Pflicht. Bei staatlichen Aufträgen mit einem Volumen von mehr als 135 Millionen Euro wird das BIM-System zu einem wichtigen Bestandteil des Modernisierungsprozesses. Unternehmen, die früher bereit sind, erhalten einen Vorteil in Bezug auf Geschwindigkeit, Qualität und die Fähigkeit, Projektdaten nachzuweisen. In der Praxis bedeutet dies nicht nur eine bessere Abwicklung der Koordination selbst, sondern auch reibungslosere Abläufe bei der Übergabe der Dokumentation, bei Inspektionen und beim Änderungsmanagement.

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