Wir entwerfen Galerien als architektonisch ausgefeilte Rahmen für Kunst – wir arbeiten sensibel mit dem Kontext des Ortes, dem Licht, dem Besucherfluss und der kuratorischen Variabilität. Wir schaffen Ausstellungsräume, die nicht von der Kunst ablenken, sondern sie aufwerten. Unserer Ansicht nach muss zeitgenössische Galeriearchitektur nicht dominieren – oft reichen eine elementare Masse, eine klare Struktur und eine Verbindung zur Geschichte des Ortes aus.
Flexibilität und Variabilität des Raums
In jedem Vorschlag suchen wir nach einem Gleichgewicht zwischen architektonischer Reinheit, betrieblicher Logik und der für die kuratorischen Absichten erforderlichen Variabilität. Der Galerieraum muss flexibel sein – er kann zeitgenössische Kunst, historische Exponate und Multimedia-Installationen beherbergen. Dies erfordert einen durchdachten Umgang mit Licht, die Bewegung der Besucher und eine klare Hierarchie der Räume.
Licht als wichtigstes Werkzeug
Licht spielt eine wesentliche Rolle. Sowohl die natürliche als auch die künstliche Beleuchtung muss die Atmosphäre der Ausstellung unterstützen und gleichzeitig die ausgestellten Artefakte schützen. Wir verwenden Oberlichter, indirekte Beleuchtung und den geschickten Einsatz von Materialien, um das Licht weich, gleichmäßig und blendfrei zu machen. Wir platzieren Fensteröffnungen und Ausblicke so, dass die Besucher nicht nur die Werke, sondern auch die Umgebung wahrnehmen – die Verbindung der Galerie mit der Stadt oder der Landschaft schafft eine weitere Ebene der Erfahrung.
Minimalismus und elementare Materie
Unserer Meinung nach muss eine zeitgenössische Galerie nicht prätentiös sein. Im Gegenteil – wir wählen oft einfache, elementare Massen, die den Inhalt hervorstechen lassen. Minimalistische Architektur hat die Fähigkeit, die Exponate sprechen zu lassen und dabei visuell stark zu bleiben. In historischen Kontexten suchen wir also nach Möglichkeiten, Vergangenheit und Gegenwart zu verbinden. Neue Eingriffe können ein selbstbewusster Kontrast oder umgekehrt eine unauffällige Ergänzung sein – aber immer mit Respekt vor dem ursprünglichen Werk.
Beispiel: die Gočár-Galerie in den Automatischen Mühlen
Ein Beispiel ist die Galerie von Gočár in den Automatischen Mühlen. Wir haben ihre Erweiterung als eine Geschichte in drei Kapiteln konzipiert: die Reinigung des ursprünglichen Gočár-Werks, die Erhaltung des renovierten Teils des Hintergrunds und die Fertigstellung der neuen Masse. Auf der einen Seite war es ein eigenständiger, zeitgenössischer architektonischer Eingriff, auf der anderen Seite eine sensible Neuschreibung der Geschichte des gesamten Geländes. Das neue Element – eine subtile, fragile Masse – verweist auf die neue Funktion des Gebäudes und schafft einen Dialog mit den bestehenden Gebäuden. Die räumliche Ausdehnung zwischen dem Alten und dem Neuen schafft gleichzeitig eine klare Grenze und eine Verbindung. Anstelle eines Anbaus wurde ein neues Gebäude geschaffen, das das Gelände harmonisch abschließt. Dieses Projekt zeigt, wie eine Galerie eine Brücke zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart sein kann, ohne dass eine Komponente die andere überwältigt.
Galerie als Teil des Stadtlebens
Bei der Gestaltung achten wir auch darauf, dass die Galerie kein isoliertes Objekt ist, sondern Teil der städtischen Struktur. Zugänglichkeit, Anbindung an den öffentlichen Raum und natürliche Integration in das Leben der Stadt sind entscheidend. Wir glauben, dass eine Galerie ein Ort der Begegnung sein sollte – nicht nur zwischen Künstler und Betrachter, sondern auch zwischen verschiedenen Gruppen von Menschen, die sich sonst vielleicht nicht begegnen würden.
Materialien und Kontext
Die Materiallösungen werden je nach Kontext ausgewählt. In einer industriellen Umgebung arbeiten wir mit Beton, Metall und Glas, die wir mit wärmeren Akzenten aus Holz ergänzen. In historischen Zentren lassen wir uns von traditionellen Materialien inspirieren, die wir mit moderner Technologie kombinieren. So entsteht eine Architektur, die sowohl authentisch als auch zeitlos ist.
Unsere Philosophie der Galerieerstellung
Jeder Galerieraum ist für uns ein Original – er reagiert auf den spezifischen Ort, den Zweck und die Gemeinschaft, für die er geschaffen wird. Der gemeinsame Nenner aller Projekte ist jedoch der Respekt vor der Kunst, die Betonung der Funktionalität und die Fähigkeit, den Besuchern nicht nur eine ästhetische, sondern auch eine emotionale Erfahrung zu bieten. Ob Neubau oder sensible Renovierung, unser Ziel ist es immer, eine Umgebung zu schaffen, in der Kunst und Architektur sich gegenseitig ergänzen und verstärken.
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