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  • 3. Platz

Regionales Terminal Liberec

Eisenbahnverwaltung, Region Liberec, Statutarische Stadt Liberec

Liberec

About project

Unser Wettbewerbsentwurf für den Regionalbahnhof Liberec sieht den Bahnhof als neues Entree zur Stadt und zur gesamten Region. Liberec ist eine Stadt inmitten von Hügeln – umgeben vom Isergebirge, dem Lausitzer Gebirge, dem Riesengebirge und dem ikonischen Ještěd. Die Landschaft, die Aussicht und die Nähe zu den Bergen werden daher zu einem der Hauptmotive des Entwurfs und ermöglichen dank des ansteigenden Daches Ausblicke auf die lokalen Wahrzeichen. Das Terminal ist kein anonymer Umsteigeknotenpunkt, sondern ein Ort, der den Passagieren gleich bei der Ankunft zeigt, wo sie sind.

  • Klient

    Eisenbahnverwaltung, Region Liberec, Statutarische Stadt Liberec

  • Jahr

    2025

  • Lokalität

    Liberec

  • Visualisierung

    Perspektiv, Ján Martin Púčik

  • Architektur

    Ján Antal, Martin Křivánek, Dora Halamová, Jakub Longauer, Ondřej Sejkora

  • Planung

    Barbora Kuciaková

Alles

Offener Terminal ohne Schranken

Wir gestalten den neuen Terminal offen, übersichtlich und so barrierefrei wie möglich. Das Gebäude kann aus mehreren Richtungen betreten werden, alle Verkehrsträger sind logisch angeordnet und die Verkehrsflächen verbinden auf natürliche Weise Zug, Bus, öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad und Parkplatz. Das grundlegende Gestaltungsprinzip ist die einfache Orientierung: Der Fahrgast soll sich im Bahnhof nicht verlaufen, sondern intuitiv verstehen, welchen Weg er einschlagen muss.

Gleichzeitig wollen wir die historische Rolle des Bahnhofs als Stadthaus fortführen. Nicht nur Warteräume, sondern auch Restaurants, Cafés, Dienstleistungen, Kultur- und Gemeinschaftsräume oder Mietflächen können den Terminal zu einem lebendigen Ort machen, an den die Menschen zurückkehren, auch wenn sie nicht reisen. Auf diese Weise wird der Bahnhof Teil der Stadtkultur und ein wichtiger Punkt im Alltagsleben von Liberec.

Vom Bahnhof zur neuen Stadtstruktur

Konzeptionell unterteilen wir das gesamte Gebiet in drei Teile: Identität, Anpassungsfähigkeit und Qualität. Der erste Teil besteht aus dem Verkehrsterminal selbst mit dem historischen Bahnhofsgebäude, der neuen Erweiterung, den Gleisen und den Bussteigen. Hier arbeiten wir mit dem ursprünglichen Grundriss des Geländes – den historischen Säulen, der Pflasterung und dem Motiv der Holzstrukturen, die auf die volkstümliche Architektur der Vorgebirgsregion verweisen. Der neue Teil des Terminals konkurriert also nicht mit dem historischen Gebäude, sondern ergänzt es und entwickelt seinen Charakter für zeitgenössische Bedürfnisse.

Der zweite Teil ist die Anpassungszone zwischen der Eisenbahn und der Stadt. In diesem Bereich schlagen wir ein vorgefertigtes Stahlparkhaus mit einer Kapazität von 565 Parkplätzen vor. Sein strukturelles System basiert auf einer modularen Geometrie, die es ermöglicht, es in Zukunft zu modifizieren, zu erweitern, zu demontieren oder für andere Zwecke umzubauen. Das Parkhaus fungiert auch als akustische Barriere zwischen der Bahn und der Stadt und trägt durch sein aktives Parterre zur Belebung der Zittauer Straße bei.

Der dritte Teil besteht aus neuen städtischen Wohnungen, multifunktionalen Häusern und einem Park im Bereich des ursprünglichen Busbahnhofs. Der Vorschlag sieht hier eine hochwertige städtische Struktur in direkter Verbindung mit dem Verkehrsknotenpunkt vor. Die Wohnblöcke befinden sich in Grünanlagen, die durch halbprivate Innenhöfe ergänzt werden und durch Fußgängerstraßen mit dem neuen Stadtpark verbunden sind. Dieser bietet Platz für Sport, Spiel, Entspannung und Gemeinschaftsaktivitäten und wird zur grünen Kulisse des neuen Viertels.

Ein Design, das auf dem Ortsgedächtnis aufbaut

Die Architektur des Terminals arbeitet mit einer einfachen und klaren Designlogik. Die neue Erweiterung folgt der Typologie der historischen Wartesäle des Bahnhofs – die robusten Stahlsäulen werden durch ein subtiles Holzdach mit Brettschichtholzbalken ergänzt. Die hölzerne Untersicht wird zu einem markanten Element des Innenraums und der Überdachung der Bahnsteige und schafft eine einheitliche Identität für den gesamten Komplex. Die Unterbrechung der Dächer zwischen den Bahnsteigen gibt außerdem den Blick auf die umliegenden Hügel und natürlichen Sehenswürdigkeiten frei.

Ein wichtiger Teil des Entwurfs ist auch die Arbeit mit den ursprünglichen gusseisernen Säulen der historischen Überdachung der Bahnsteige. Diese werden nun als Träger für das Informationssystem und die integrierte Beleuchtung verwendet. So entsteht ein besonderes Element des Liberecer Terminals – eine Lampe, die die Geschichte des ursprünglichen Bahnhofs mit den funktionalen Anforderungen der heutigen Verkehrsinfrastruktur verbindet.

Der öffentliche Raum als erster Kontakt mit der Stadt

Der öffentliche Raum rund um den Terminal ist so gestaltet, dass er für Fußgänger sicher, übersichtlich und großzügig ist. Der individuelle Autoverkehr wird aus dem Vorplatzbereich entfernt, die verschiedenen Verkehrsträger werden getrennt, so dass sie sich nicht gegenseitig behindern, und den Fußgängern wird eindeutig Vorrang eingeräumt. Ein Wasserspiel zur Verbesserung des Mikroklimas vervollständigt den neuen Platz zwischen dem Terminal und dem Parkhaus, und die Statue des Mädchens mit der Taube wurde vor den Haupteingang versetzt, wo sie den Charakter der Fußgängerzone verstärkt.

Der Liberec Regional Terminal ist also nicht nur eine Verkehrslösung. Es ist ein Vorschlag für ein neues Stadtviertel, das Infrastruktur, Wohnen, Dienstleistungen, öffentlichen Raum und Landschaft miteinander verbindet. Der Terminal wird zu einem Tor zur Stadt und zur Region – ein Ort des Umsteigens, der Begegnung und des ersten Kontakts mit der Identität von Liberec.

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