About project
Die neue Grundschule in Mstětice ist so konzipiert, dass sie sensibel auf die zukünftige Struktur des Geländes eingeht. Mit ihrer niedrigen Form und der Unterteilung in kleinere Einheiten fügt sie sich natürlich in die Umgebung ein und beeinträchtigt nicht den Charakter des Ortes. Die Schule bildet ein kompaktes Gebäude, das zum öffentlichen Raum und zum Schulgarten hin offen ist. Am neuen Standort übernimmt sie die Funktion eines Zentrums für Bildung, Kultur und Sport, das nicht nur den Kindern, sondern auch der breiten Öffentlichkeit dient.
Das Gebäude basiert auf einem internen funktionalen Layout, das in vier Unterrichtsgruppen, eine Sporthalle und einen zentralen Gemeinschaftsbereich unterteilt ist. Die vier Unterrichtsgruppen bieten einen offenen Bildungsraum, der über das traditionelle Modell der geschlossenen Klassenzimmer hinausgeht. Die Zersplitterung des Gebäudes spiegelt sich nicht nur in seiner Masse, sondern auch in der Gliederung der Fassade wider.
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Jahr
2025
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Lokalität
Mstětice, Zeleneč
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Architektur
Ján Antal
Natália Korpášová
Martin Křivánek
Petra Deáková
Samuel Maga -
Landschaft
Barbora Kuciaková
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Alles
Maßstab und Urbanismus: die Schule als lebendiger Organismus
Der Komplex wird in unmittelbarer Nähe zu einer geplanten Wohnsiedlung mit Einfamilienhäusern und einer wichtigen Verbindungsstraße gebaut. Das grundlegende städtebauliche Prinzip besteht darin, eine Schule zu schaffen, die maßstabsgetreu zu ihrer Umgebung passt und sich respektvoll in das Gebiet integriert. Das Massekonzept arbeitet mit einem niedrigen Atriumgebäude, das sich durch Gliederung und allmähliche Rücksprünge auf natürliche Weise in kleinere Einheiten ‚auflöst‘. Gleichzeitig entwickelt sich das Gebäude entlang des abfallenden Geländes – es fällt allmählich ab und reagiert ohne unnötige Eingriffe auf die Landschaft. Der äußere Ausdruck der Schule folgt direkt aus ihrer inneren Struktur: die vier Unterrichtsgruppen, die Turnhalle und der zentrale Gemeinschaftsbereich sind in Höhe und Material projiziert und verleihen der Schule ein lesbares und einladendes Aussehen.
Ein wichtiges Thema des Vorschlags ist die klare Abgrenzung zwischen dem Campus und den öffentlichen Räumen. Die Lage der Schule auf dem Grundstück schafft zwei unterschiedliche Welten: den belebten und lebhaften Schulvorplatz als repräsentativen öffentlichen Raum und den ruhigeren, grünen Schulgarten, der in erster Linie für Kinder gedacht ist. Das Gelände ist an das Straßennetz angebunden und verwandelt sich nahtlos in einen Vorplatz, auf dem sich Schüler und Anwohner treffen können. Gleichzeitig verbindet er auf natürliche Weise den neu entstehenden Sportpark mit dem grünen Rückhaltebecken in der Nähe des Geländes.
Die Schule als öffentliches Zentrum: Bildung, Kultur und Sport
Der Vorplatz der Schule wird durch Einrichtungen belebt, die das öffentliche Leben sowohl im Freien als auch in den Innenräumen unterstützen. Der überdachte Haupteingang, die Sozialhalle, die Fachklassenräume, das Auditorium, die Bibliothek und die Turnhalle schaffen eine Schule, die nicht nur am Morgen lebendig ist, sondern auch als Gemeindezentrum fungieren kann. Ein aktives Parterre dominiert sowohl den öffentlichen Vorplatz als auch den Schulgarten. Durch die Ausdehnung der Funktionen der Schule in den Garten ist das Gebäude auf natürliche Weise mit der Landschaft verbunden – und die Landschaftsgestaltung durchdringt wiederum das Innere.
Die Sicherheit der Kinder wird direkt in der Stadtplanung berücksichtigt. Der Vorplatz ist mit dem K+R-Parkplatz verbunden, so dass der Zugang zur Schule so klar und sicher wie möglich ist. Der Vorplatz umfasst auch eine Fläche für eine neue Bushaltestelle. Der Bereich unterstützt das Radfahren und bietet abschließbare Stellplätze für Fahrräder und Roller. Der Busverkehr wird von der Südseite der Schule abgewickelt, um den Autoverkehr in der unmittelbaren Umgebung der Schule zu minimieren.
Das Kinderdorf: ein Raum, der den Kindern „gehört“
Die Schule ist wie ein kleines Kinderdorf gestaltet. Die Schüler haben alles zur Hand, das Gebäude ist übersichtlich, gut lesbar und schafft eine eigene geschützte Welt. Der Raum fördert die unabhängige Bewegung, das Gemeinschaftsleben und die Intimität, die zum Lernen, Spielen und Ausruhen notwendig ist. Das Erdgeschoss ist in erster Linie für Kinder gedacht, aber ausgewählte Bereiche können am Nachmittag für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Darüber hinaus lässt sich das erste Stockwerk leicht in schulische und öffentliche Bereiche unterteilen, so dass eigenständige Cluster entstehen, die unabhängig vom Betrieb der gesamten Schule genutzt werden können.
Ein Schlüsselprinzip der heutigen Schule ist ein Raum, der sicheres, inspirierendes und einladendes Lernen fördert. Die Schule ist in vier Lerngruppen gegliedert, die eine offene Lernumgebung bieten, die über das traditionelle Modell der geschlossenen Klassenräume hinausgeht. Jedes Cluster besteht aus vier Klassenzimmern (zwei Doppelklassen nach Alter), einem Lehrerbüro in direkter Nähe zu den Kindern und einer zentralen „Plaza“ – einem Raum für Experimente, unabhängiges Lernen und informelle Treffen. Der Unterricht kann auch nahtlos nach draußen verlegt werden: Die Möglichkeit, die Cluster zu den grünen Terrassen zu öffnen, ist ein großer Vorteil. Die Korridore sind nicht nur eine Durchgangsstraße. Sie fungieren als Lernlandschaft – sie fördern soziale Netzwerke, Zusammenarbeit und natürliche Begegnungen zwischen verschiedenen Altersgruppen.
Der durchgehende Erschließungsraum wird durch ein zentrales Atrium mit einer Treppe und einem grünen Atrium unterbrochen, das die Natur in den Mittelpunkt der Anlage stellt. Ausblicke durch die Atrien schaffen ein starkes Raumerlebnis und verbinden die Innen- und Außenwelt der Schule.
Konstruktion und Materialien: eine Schule, die zum Anfassen einlädt
Das grundlegende Konstruktionsprinzip ist ein rationales Skelett aus CLT-Paneelen (kreuzweise verleimtes Holz). Im Innenraum bleiben die Holzelemente visuell anerkannt – sie regulieren die Luftfeuchtigkeit, schaffen ein angenehmes Raumklima und verbessern die sensorische Qualität des Raumes. Holz regt Kinder auf natürliche Weise zum Anfassen, Sitzen und Arbeiten an. Das Gebäude wird so zu einem pädagogischen Werkzeug – einer Werkstatt der Sinne. Akustischer Komfort und Feuerbeständigkeit werden durch monolithische Betondecken und Fluchtkerne gewährleistet; die weitgespannten Teile der Turnhalle sind mit vorgespannten Holzbalken gestaltet.
Die Fassade nimmt das Hauptprinzip der Schule nach außen hin auf: Die Cluster werden durch eine Holzverkleidung definiert, die Gemeinschaftsbereiche durch Sichtbeton. Das Verhältnis der Verglasung ist so konzipiert, dass ausreichend Tageslicht (ca. 60% in den Unterrichtseinheiten) vorhanden ist, aber gleichzeitig eine Überhitzung durch die äußere Beschattung vermieden wird.
Blaugrüne Infrastruktur und Energieeffizienz
Die Schule arbeitet mit Regenwasser als Ressource. Begrünte Dächer und Terrassen verlangsamen den Abfluss, fördern die Verdunstung und verbessern das Mikroklima. Unter dem „Platz“ der Schule sind Speichertanks vorgesehen, damit das Regenwasser für die Bewässerung oder als Grauwasser (z.B. für die Toilettenspülung) verwendet werden kann.
Trockenpolder, die bei starken Regenfällen aktiviert werden, wurden im Garten angelegt, um das Wasser auf dem Gelände zurückzuhalten und seinen Abfluss in die Landschaft zu verlangsamen.
Das Gebäude wurde so konzipiert, dass es äußerst energieeffizient ist: Die Hauptwärmequelle ist eine Kombination aus einer Wärmepumpe und Erdbohrungen. Die Heizung und Kühlung erfolgt über Deckenstrahlplatten, und das System kann durch Wärmerückgewinnung ergänzt werden. Die Belüftung ist als Hybrid konzipiert – eine Kombination aus natürlicher Belüftung durch die Fenster und Unterdruckbelüftung der Sozialräume, mit Steuerung durch CO₂-Sensoren.